Fahrt zum Hansetag nach Visby 03. - 11 Juni 2025

Und wieder waren die Hanseaten aus Soest und Umgebung beim 45. Internationalen Hansetag der Neuzeit in Visby auf der schwedischen Insel Gotland dabei. Nach 1998 fand der Hansetag zum 2. Mal in Visby unter dem Motto „Gemeinsam weiter“ statt. Dieser, von der Hanseatischen Gesellschaft Soest (HGS) durch Petra Menke-Koerner organisierte Besuch, diente auch dazu, auf dass 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Soest und Visby hinzuweisen. 

Zur Erinnerung: 1995, während des 15. Internationalen Hansetages der Neuzeit in Soest, wurden die Städtepartnerschaftsurkunden zwischen den Hansestädten Visby durch die damalige Bürgermeisterin Sonia Landin und Soests Bürgermeister Peter Brüseke unterzeichnet.

Das Hansetagsgeschehen fand im Gegensatz zu 1998, an dem auch eine Reisegruppe der HGS teilnahm, leider nicht in den schönen und malerischen Gassen Visbys statt, sondern auf einem gesonderten Platz in Hafennähe. 

Während des gesamten Aufenthaltes wurde die Gruppe von Gotlands Historiker und Kunstkenner Gunnar Bäck begleitet, und so war es auch nicht verwunderlich, dass er auf die in der Domkirche St. Marien zu Visby gerade restaurierte St. Peterskiste verwies. Diese Truhe, die nur mit Hilfe von vier Schlüsseln geöffnet werden konnte, zeigt heute noch die wichtige Rolle der Soester Kaufleute. Denn neben Dortmund, Lübeck und Visby befand sich der vierte Schlüssel in Soester Hand. 

Was aber wäre ein Besuch dieser Insel, die für alle Kaufleutedes Mittelalters eine strategisch wichtige Rolle im Ostseehandel und auf dem Weg nach Nowgorod spielte, ohne eine der vielen Kirchen mit den kunstgeschichtlich besonders wertvollen Scheiben- oder Ringkreuzen zu besichtigen. 

So erkundete die Reisegruppe der Hanseaten mit Gunnar Bäck auch den Süden und Norden Gotlands. Gerade der Norden besticht durch die, für die Insel Gotland berühmten, Raukare. Diese eigenartigen Gesteinsformationen, die typisch für die Insel im Ostseeraum sind, bestechen durch ihre zuweilen bizarren Formen und lassen der Fantasie ob der Darstellungen keine Grenzen.

Auch ein Abstecher zur Insel Farö durfte im Programm nicht fehlen, liegt doch der international bekannte Regisseur und Filmemacher Ingmar Bergmann dort begraben.

Mit vielen Eindrücken kehrten die Hanseaten wohlbehalten in die heimatliche Börde zurück.

Soest und Visby: Zwei Städte – eine Freundschaft, die weitergeht. 

Fotos: 

Während der Gotlandreise der Hanseatischen Gesellschaft Soest (HGS) begrüßte Petra Menke-Koerner (r.) mit der Reisegruppe der HGS den Historiker und Kunstkenner Gunnar Bäck (2.v.r). Mit ihm erkundeten die Teilnehmer die Insel, und ein Abstecher zum Grab Ingmar Bergmanns auf der Insel Farö durfte nicht fehlen. 

Die St. Peterskiste von 1240, die erst vor einem Jahr im Turmbereich der Domkirche St. Marien zu Visby wiedergefunden wurde, spielte eine wichtige Rolle für die Soester Kaufleute des Mittelalters, war doch einer der vier Schlüssel neben Lübeck, Dortmund und Visby in Soester Hand.

Drei Hanseatinnen unter sich: Petra Menke-Koerner, Sonia Landin, frühere Bürgermeisterin von Visby und Iwona Brudkiewicz aus Danzig

Eines der wunderschönen Scheibenkreuze Gotlands

Die malerische Kulisse – wie aus einem Märchen von Hans Christian Andersen – von Visby begrüßt schon von weitem die ankommenden Gäste der Insel.